Transamazonica Tag 1&2

Tag 1 30.1.2016: Tucurui – Novo Repartimento
Schon in der Frühe kommen wir sogar auf noch asphaltierter Straße ins Schwitzen, geht es doch von Tucurui erstmal bergauf bis es wieder zur Brücke abwärts geht. Diese Brücke, einige hundert Meter lang über den Stausee, soll uns in die „Wildnis“ führen.WP_20160130_001
Am Ende der Brücke ein Blick zurück über den Stausee, begleitet von leichtem Nieselregen begeben wir uns auf die Piste. Der Regen wird etwas stärker- hoffentlich weicht die Straße nicht auf und wird zu einer Schlammpiste. Zum Glück lässt der Regen schon nach kurzer Zeit nach und den Rest des Tages begleiten uns Wolken oder gar die Sonne – die Piste ist schon nach kurzer Zeit wieder Staub trocken.
Wenn uns gelegentlich ein Auto oder LKW passiert, sind wir in eine Staubwolke gehüllt. Zusammen mit dem Schweiß ergibt dieser einen rot-braunen Schmierfilm.
Die Wildnis ist auch nicht so wild wie erwartet. Zum einen kommen 10-15 Autos in der Stunde an uns vorbei, meist Hupen sie freundlich oder winken. Zum anderen liegen an der Piste etliche Fazendas und der Wald ist für Weideflächen zurück gedrängt worden.
Etwas Wildnis gab es aber dann doch: Vogelgezwitscher aus den Bäumen, eine (tote) Schlange auf dem Weg, immer wieder ins Gebüsch huschende grüne Echsen, undefinierbare Geräusche aus dem Wald (Affen?), Rabengeier die eine tote Kuh(?) zerlegen oder ein totes, vertrocknetes Pferd, bei dem nur noch Haut und Knochen übrig sind.WP_20160130_008
Nach 74 km erreichen wir Novo Repartimento, finden ein kleines Hotel für nur 35R$ und genießen den Rest des Nachmittages.
Morgen geht es also auf die BR-230 – die richtige Transamazonica.
Wenn es so gut voran geht wie heute schaffen wir diese mit links…

Tag 2 31.1.2015: Novo Repartimento – Posto Aratau
Enttäuschungen entstehen, wenn man mit Erwartungen an eine Sache herangeht. Dies war zumindest auf der heutigen Etappe der Fall. Je nach Wetter hatten wir eine Staub- oder Schlammpiste erwartet. Das Wetter jedenfalls war perfekt. Die Straße auch- zumindest für unsere Erwartungen. Die 85 km heute fuhren wir auf einer gut ausgebauten, Schlagloch freien, asphaltierten Straße. Auch war mehr Verkehr unterwegs, als gedacht. Und auch mehr Häuser am Wegesrand.
Letzteres hat den Vorteil einer guten Versorgungslage. Ein kühles Getränk bei +35°C ist was angenehmes.
Ansonsten geht es Hügel rauf und wieder runter: auch so kommt man auf seine Höhenmeter. Alles paar Kilometer wird auf einem Hügel eine Trinkpause eingelegt um mit dem lauwarmen Wasser aus unseren Flaschen unseren Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.
Haben wir gestern nur ein größeres totes Tier gesehen, lagen heute ganze Kuh-Herden am Wegesrand. Der Verwesungsgeruch und die Geier kündigten diese Stellen schon von weitem an.
Unser Tagesziel haben wir heute nicht erreicht. Die stillstehende LKW-Kolonne überholten wir noch, ließ uns aber nichts Gutes erahnen. Beim Stopp an einer Tankstelle erkannte man die defekte Brücke.

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Also Warten, um 18Uhr soll es weiter gehen. Für uns zu spät: 22km bis zum Ort und um 18.20 ist Sonnenuntergang. „Dürfen wir hier (an der Tankstelle/ Bar) Zelten?“ Kein Problem und so schlagen wir unsere Hängematten im Garten auf. Als es Dunkel ist und wir schon schlafen gehen wollen, verstehen uns unsere Gastgeber wohl erst richtig, dass wir die ganze Nacht bleiben wollen. So können wir mit unseren Hängematten unter die Terasse umziehen. Falls es regnen sollte, immerhin ein trockenes Plätzchen. Beim Abbau/ Umzug noch ein kleiner Schrecken: eine Vogelspinne sitzt an der Palme, an der auch unsere Matten befestigt sind. Im Dunkel hab ich fast drauf gefasst, die Bewegung hielt ich für eine Eidechse. Erst Katha machte mich auf meinen Irrtum aufmerksam.

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…soll wohl giftig sein

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